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Herkunft des Begriffs

Das Wort Punk /pʌŋk/ aus dem
Englischen
ist älter, als oft angenommen
wird. Es taucht bereits bei Shakespeare
auf, z. B. in Maß für Maß, und bezeichnet
eine Prostituierte. Aus einer anderen
Bedeutung, „faules Holz“, ergeben sich
weitere durch Übertragung: Punk
bezeichnet allgemein etwas
Niedriges, Minderwertiges, also
„Unsinn“; auf Personen bezogen
„Anfänger“, „unerfahrene Person“,
„Strolch“, „Kleinkrimineller“,
„Landstreicher“ oder gar
„Abschaum“, „Dreck“.

Lenny Kaye, der Gitarrist der
Patti Smith Group, gebrauchte
den Begriff Punk-Rock 1972 in
den Erläuterungen
einer von ihm veröffentlichten
Anthologiedes amerikanischen
Garagenrocks der
1960er Jahre.

Später gründete in New York
Legs McNeil ein Fanzine namens
Punk Magazine. Der Punk-Veteran
Donny the Punk
hat erklärt, dass
das Wort Punk von einemSlangausdruck
für Vergewaltigungen im Gefängniskommt
(„I punked that kid“. Ein „Punk“ ist
in diesem Zusammenhang das Opfer.

Nach Großbritannien gebracht wurde
der Begriff „Punk Rock“ für junge
englische Rockbands wie die Sex Pistols,
The Clash und The DamnedCaroline Coon,
die damalige Freundin von Paul Simonon,
dem Bassisten von The Clash. Vorher war
in England für diese Art von Musik der
Begriff „Working Class Rock ’n’ Roll“
geläufig.
durch die Musikjournalistin

Geschichte

Die Ursprünge in den USA

Das CBGB in New York
Das CBGB in New York

Der Ursprung des Punks liegt in
den späten 1960er Jahren. Punk
war vor allem eine Reaktion auf
die Hippie-Bewegung. Er richtete sich
gegen den friedvollen Idealismus und
Optimismus der Hippies. Demgegenüber
gab sich der Punk illusionslos und setzte
auf offene Ablehnung und Brüskierung
der Gesellschaft.

Die Entstehung der Punkbewegung ist eng
verknüpft mit der gleichnamigen Musikrichtung.
Welches die erste Punkrock-Band war,
ist umstritten. Genannt werden in dem
Zusammenhang The Ramones, The Stooges,
The New York Dolls, MC5, gelegentlich auch
Patti Smith
. Alle diese Bands kommen aus
den USA. Als Zentrum des ursprünglichen amerikanischen Punks gilt der Club CBGB
in New York City.

Die frühen Punkbands spielten eine rohe
und ungeschliffene Art des Rock, ähnlich
dem frühen Beat und Rock ’n’ Roll. In der
öffentlichen Wahrnehmung hingegen dominierten
Bands wie Pink Floyd, Genesis, Emerson,
Lake & Palmer
oder Led Zeppelin, bei denen
alles perfektioniert war, die für jede Platte
und für jedes Konzert ein enormen Aufwand
betrieben und jede Einzelheit genauestens planten.
Aus der Sicht einer rebellischen Jugend
verkörperten diese Gruppen bestenfalls
Stillstand, wenn nicht den Ausverkauf an
„das System“. Hinzu kam, dass die
U-Musik
Discokultur geriet, die aus der Sicht
einer rebellischen Jugend oberflächlich,
kommerziell und verlogen war.
Mitte der 1970er
unter den Einfluss der

Dagegen stand der Punk für schnelle,
kurze und einfache Songs. Stilistisch
handelte es sich meist um eine primitive Form
des Rock ’n’ Roll. Langsame und gefühlvolle Lieder (Balladen) gab es nicht. Die Texte bestanden hauptsächlich aus Betrachtungen über das
(eigene) Leben und Leiden als Jugendlicher,
aus Anklagen und Beschimpfungen, oder auch
aus reinem Dadaismus.

Die Geburt der Bewegung in Großbritannien

Auch wenn die ersten Bands aus New York
kamen – zu einer echten Bewegung wurde der
Punk in London.

Charakteristisch für die Punkbewegung war
einerseits eine gegen das politische Establishment
(auch gegen die Linke), gegen die Musikindustriebürgerliche Lebensweise
gerichtete Haltung. Andererseits gehörte
von Anfang an auch eine radikale
Selbstvermarktung zum Punk, vor allem durch
die Sex Pistols und ihren umtriebigen Manager
Malcolm McLaren
.
und gegen

Soziologisch betrachtet entstand die englische Punk-Bewegung aus einem apolitischen Groll,
den viele Jugendliche gegenüber sämtlichen
Institutionen empfanden. Grundlage dafür
waren mangelnder Halt durch die Schulen
und mangelnde Aussichten im Berufsleben,
bedingt durch die Wirtschaftskrise und
das steife englische Klassensystem. Die Jugendlichen,
die den Hauptanteil der Bewegung ausmachten,
fühlten sich ausgeschlossen und betrogen um
die Dinge, die ihnen erstrebenswert vorkamen:
modische Kleidung, die neueste Musik, oft
sogar schon der Konsum von Getränken in
Gaststätten. Ihre Antwort hieß
Eigenproduktion – Eigenproduktion der
Kleidung (notfalls aus dem Altkleidercontainer), Eigenproduktion der Musik
(notfalls mit gestohlenen Instrumenten,
wie bei den Sex Pistols) und auch des
Musikvertriebs.

Unvollkommenheit wurde dabei nicht nur
in Kauf genommen, sondern angestrebt.
Man kokettierte damit, dass man nur drei
Akkorde auf der Gitarre beherrschte;
Gitarrensoli und jede Form von Virtuosität
waren als „Star-Gesten“ verpönt. Man war
nicht der Auffassung, dass Kritik auch
konstruktiv sein müsse. Ein beliebtes Schlagwort
war „boredom“ – Langeweile. Im Mittelpunkt
stand die eigene Subjektivität, das eigene
Leiden am Zustand der Welt, das sichtbar
gemacht und so gegen sie gewendet werden
sollte. Die Arbeiterbewegung und die
Neue Linke wurden ebenso abgelehnt
wie das herrschende System. Grundsätze
des Punks waren: Verschwende dich selbst,
glaube niemandem, do it yourself, stelle
Autoritäten und Stars in Frage.

Aus einer als provokant empfundenen
Szene heraus entstand eine Gegenkultur mit
eigenen Ausdrucksformen: Hässlichkeit als
Programm, zerfetzte Kleidung (oft Unterwäsche), Sicherheitsnadeln im Gesicht, mit Kopiergeräten
billig hergestellte Zeitschriften (Fanzines,
wegweisend war hier u. a. das Sniffin' Glue),
aber auch spontane dadaistische Aktionskunst, exzessiver Konsum von Alkohol und anderen
Drogen.

Von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde
die entstehende Punk-Kultur in England, als
die Sex Pistols mit ihren Singles Anarchy in
the UK
(1976) und God Save the Queen (1977)
Aufsehen erregten. In kurzer Zeit entstand
eine Unzahl neuer Bands. Als die wichtigsten
Bands dieser Zeit gelten:

Schon damals teilte sich die Punk-Bewegung
in viele Richtungen wie Anarcho-Punk,
Oi!/S treetpunk, Ska-Punk, Fun-Punk
und Skatepunk. Parallel zum Entstehen des
Punks entwickelte sich der ebenso musikalisch
radikale Industrial mit Vorreitern wie
Throbbing Gristle
, Cabaret VoltaireSPK.


Die frühen 1980er Jahre

Anfang der 1980er Jahre verbreitete sich
der Punk über die ganze Welt, und es entstanden verschiedene Punk-Szenen in fast allen Ländern
Europas, Amerikas und Ostasiens, insbesondere
auch in den kommunistischen Staaten des
Ostblocks. Zugleich wurde der Punk
ernsthafter, aggressiver und in gewissem
Sinne politischer.

Ein populärer Slogan der damaligen Punkbewegung
heißt no future – keine Zukunft. Es war
die Zeit des kalten Krieges, in denen viele
Menschen einen Atomkrieg befürchteten.
Auch das neu erwachte Umweltbewusstsein
verursachte in der westlichen Welt einige Zukunftsängste bis hin zur Weltuntergangsstimmung. Ronald Reagan, Margaret Thatcher und
Helmut Kohl standen in der Politik für
Restauration, nämlich für eine Abkehr von den
Idealen der 68er-Bewegung, die in den 1970er
Jahren prägend gewesen war. Konservative
Werte gewannen wieder an gesellschaftlichen
Zulauf („Leistung soll sich wieder lohnen“).
Karriere zu machen, galt der Jugend als erstrebenswertes Ziel. Gleichzeitig herrschte
aber Massenarbeitslosigkeit. Die 68er traten
den Jugendlichen nun als Lehrer und Beamte
gegenüber und verkörperten damit
„das System“.

Dagegen setzten die Punks auf totale
Verweigerung. In den 1980er Jahren war
Punk die dominierende Kultur in den meisten
autonomen Zentren. D ie Chaostage in Hannover
waren von 1982 bis 1984 ein fester Treffpunkt
der Szene. Wichtige Bands dieser Zeit sind:

New Wave

Seit Anfang der 1980er Jahre bezeichnete
man mit dem Begriff „New Wave
unterschiedliche musikalische Strömungen,
die sich aus dem Punk heraus entwickelten.
Die deutschsprachige Variante der New Wave
war die Neue Deutsche Welle. Als besonderes
Merkmal dieser Zeit galt der verstärkte Einsatz
von elektronischen Instrumenten, vor allem Analogsynthesizern und Drumcomputern. Mit dem Aufkommen der Digitaltechnik in der Mitte der
1980er waren viele Geräte sowohl klanglich als
auch preislich interessant geworden.

Die ersten Vertreter dieser Szene
entstammten der Punk-Szene oder standen ihr
zumindest nahe, aber sehr bald entdeckte die Musikindustrie
den Trend und schickte eigene Bands ins Rennen. Wichtige Bands dieser
Zeit sind:

Mit dem kommerziellen Erfolg der New Wave
wurde der Punk beinahe gesellschaftsfähig und
insofern Teil des Establishments. Das stürzte die Punk-Bewegung, die sich stets über die Abgrenzung
vom Establishment definiert hatte, in eine tiefe
Krise.

Dass eine subversive Bewegung wie der Punk
von der Mode vereinnahmt werden konnte, wirkte
in den frühen 1980ern auf manchen Punk verstörend. Malcolm McLaren und die Sex Pistols hatten
allerdings immer darauf beharrt, dass es sich
bei der ganzen Angelegenheit um einen bewusst inszenierten Medienrummel
(„The Great Rock ’n’ Roll Swindle handelte.
Die kommerzielle Verwertung einer Haltung,
die alles ablehnt, ist insofern konsequent, als
damit auch die Rebellion selbst ad absurdum
geführt wird.

Einen Versuch, den Geist des Punks zu bewahren,
bildete die Hardcore-Bewegung, die Anfang der achtziger Jahre entstand. Als wichtigste Bands
gelten Agnostic Front, Dead Kennedys,
Black Flag, Minor Threat und Sick of it All.

Punk als eine Mode unter vielen

Punk auf dem UZ-Pressefest 2003
Punk auf dem UZ-Pressefest 2003

In den späten 1980ern gehörte der Punk dann zum selbstverständlichen Straßenbild in Europa. In London ließen sich besonders gestylte Punks zusammen mit Touristen fotografieren. Selbst in Kinderbüchern und in der Fernsehserie Lindenstraße tauchten Punks auf.

Mit massenkompatiblen Bands wie Die Toten Hosen und Die Ärzte war Punk zum Teil des Mainstreams geworden und wurde entsprechend verkauft ( Kommerzpunk). Der Punk hatte sich von einer anfangs unpolitischen Haltung über eine radikale politische Bewegung zu einer von vielen gesellschaftlichen Gruppen entwickelt.

Viele Leute sind der Ansicht, dass alle Punks, die nach der ersten Welle kamen, nur noch modische Nachahmer waren und das Anliegen der ursprünglichen Punkbewegung und die im Punk verkörperten radikalen Ansichten (z. B. Anarchie) gar nicht mehr erfüllen können. Viele Punks wandten sich deshalb anderen Strömungen zu, etwa der Antifa, den Autonomen, den Hausbesetzern und der Ökologiebewegung.

Musikalisch traten an die Stelle des Punks etwa die Hamburger Schule, die elektronische Musik (Atari Teenage Riot), Gothic und vor allem der Grunge, der in den 1990ern von Bands wie Nirvana und Pearl Jam vertreten wurde.

Es folgten Bands wie Green Day, The Offspring und Red Hot Chili Peppers. Diese Bands äußerten sich teilweise auch politisch, stellten aber oft den Spaßaspekt in den Vordergrund. Sie alle waren mit Video-Clips auf MTV vertreten. Das Neue, das Radikale, was den Punk einst ausgemacht hatte, fehlt ihnen.

Punk heute

Dennoch existiert auch heute noch eine Untergrund-Szene, die weiterhin eine Anti-Haltung pflegt. Diese besteht jedoch aus verschiedensten Richtungen, die sich aus dem traditionellen Punk entwickelt haben, beispielsweise die sich als unpolitisch bezeichnende Oi!-, die Hardcore- und die Anarcho-Punk-Szene.

Generell kann festgehalten werden, dass Punk heutzutage sehr gespalten ist und keinesfalls mehr eine einheitliche, homogene Subkultur darstellt. So besteht gerade zwischen politischen motivierten Punks und sogenannten Oi!-Punks eine gegenseitig eher ablehnende Haltung.

Mainstreampunk“ hingegen wie z.B. Green Day oder blink182 wird von Anhängern der Subkultur meist einheitlich abgelehnt.

Punk in Deutschland

Ende der 80er Jahre drang Punk zunehmend auch in den Mainstreambereich vor. Wegweisend waren dabei vor allem Die Toten Hosen und Die Ärzte. Beide Bands sind kommerziell sehr erfolgreich und sind regelmäßig mit Videos auf MTV vertreten. Aus diesem Grund werden sie jedoch oft von der Punkszene abgelehnt.

Weitere wichtige deutsche Punkbands sind Slime und Die Goldenen Zitronen aus Hamburg, Feeling B und Rosa Extra aus Ost-Berlin und Daily Terror aus Braunschweig.

Punk in Japan

Zu Beginn der 1980er schwappte die Punkwelle auch nach Japan. Nachdem anfangs vor allem der britische Punk kopiert wurde, entwickelte sich bald eine recht eigenständige Szene. Schon in der ersten Hälfte der 1980erG.I.S.M.) über eher klassischen Punkrock („Laughin Nose“, „Comes“, „Lipcream“ bis hin zu Hardcore-Punk („Gauze“, „Kuro“. Jahre gründeten sich zahlreiche Bands der verschiedensten Stilrichtungen, so dass die spätere Bezeichnung „Japcore“ nur als sehr verallgemeinernd anzusehen ist. Die stilistische Bandbreite reicht von recht experimentellem Punkrock (z. B.

Wie in Europa ist auch in der Punkszene in Japan der Antiamerikanismus stark ausgeprägt. Typisch für die japanische Punkszene ist die Verwendung von Kennzeichen und Namen aus Diktaturen, insbesondere des Stalinismus und des Nationalsozialismus. Eine Eigenheit der japanischen Punkszene ist der Hang zum Sexismus, ausgeprägt in Bandnamen wie GISM (vulgo: Wichse, Masturbation), in Titeln wie „onanism“ und besonders in Textpassagen wie „'woman are shit fuck it“ oder „I'm big Prick perfect Prick“.

Im Kleidungsstil ist die japanische Szene uneinheitlich, die Bandbreite reicht vom europäisch beeinflussten Stil über Stilformen, die eher aus den Bereichen Heavy Metal oder Skinheads kommen, bis hin zu Fantasiestilen, die oft eine Mischung der vorgenannten sind. Der japanischen Punkszene wird eine Verbindung zu Motoradgangs und zum organisierten Verbrechen nachgesagt.

Szenetypische Erscheinung

Obwohl Punk als Idee gerade gegen Normen und für Individualität eintritt, hat sich seit den 1980er Jahren ein typisches Erscheinungsbild herausgebildet, das innerhalb der Szene vorherrscht, auch wenn es keinesfalls verpflichtend ist. In den Anfangsjahren 1976/77 trugen Punks zerschlissene Anzüge mit Sicherheitsnadeln und Ansteckern (Buttons), dazu Creepers, auffällige Socken und Sonnenbrillen. Unter dem Jacket trug man individuelle, selbstgestaltete T-Shirts, oft zerrissen, oder auffällig gestaltete Hemden. Ungefähr seit Mitte der 1980er Jahre gehören zum Punk folgende Merkmale:

Frisuren

Irokesenschnitt und Piercings
Irokesenschnitt und Piercings

Typisch für den Punk sind abstehende, oft auch auffällig gefärbte Haare. Sehr beliebt ist der Irokesenschnitt (kurz „Iro“ genannt), also ein Haarkamm von der Stirn zum Nacken mit rasierten Seiten. Manchmal sieht man auch Punks mit zwei oder mehr Irokesen-Kämmen nebeneinander.

Körperschmuck

Piercing war in der Punkszene von Anfang an verbreitet. Schon in den 1970er Jahren trugen Punks durch die Haut gestochene Nasenringe und Sicherheitsnadeln als Schmuck. Ferner gab es Gesichtsbemalungen und dunkel oder farbig geschminkte Augen und Wangenpartien – nicht nur bei weiblichen Punks. Auch Tätowierungen sind recht häufig. Besonders extreme Formen von Piercings und Tattoos finden sich bei der Szeneströmung der Fetischpunks.

Kleidung

Typische Kleidungsmerkmale des Punks sind:

  • Nieten auf Jacken, Gürteln, Arm- und Halsbändern, oft spitz geformt
  • Reißverschlüsse an unüblichen Stellen, insbesondere Bondagehosen
  • Anstecker (Buttons), Aufnäher und Sicherheitsnadeln, silberne Metallketten
  • Lederjacken, bemalt mit Symbolen, Bildern, Sprüchen wie Bandlogos und teils in Runenschrift (Siegrune in Anlehnung an die SS) gehaltenen Parolen
  • Uniformteile, Patronengurte und Militaria
  • in der frühen Punkszene Hakenkreuze, später auch antifaschistische Symbole
  • karierte Hosen, (enge) Hosen, Jeans, oft gebleicht (Domestoshose)
  • Schottenröcke (Kilts) und andere Kleidungsstücke mit Schottenkaros (Tartan),
  • Netzhemden und Netzstrümpfe
  • Zebra-, Tiger- oder Leopardenmuster
  • zerrissene, bemalte, beschriftete, oder anderweitig veränderte Kleidung
  • Schnürstiefel (Rangers) oder Schuhe der Marke Dr. Martens

Die zunehmende Differenzierung der Punk-Szene ab den 1980er Jahren brachte jedoch auch Subkulturen hervor, auf die die obigen Merkmale nicht oder nur in geringem Maße zutreffen, so beispielsweise den Hardcore Punk und den Oi!.

Punk in der Theorie und als Lebensgefühl

Der Punk bringt sich vor allem durch Musik zum Ausdruck, ferner durch Kleidung, Frisuren und Grafik (Collagen, Xerographien und Comic-Zeichnungen). Der Punk betont das Hässliche und will provozieren. Die Ästhetik des Punks war stilprägend für die gesamten 1980er Jahre.

Dahinter steckt eine respektlose, resignierte bis aggressive Haltung gegenüber der Gesellschaft, eine Art rebellischer Nihilismus. Der Punk stellt sich gegen alle Konventionen, gegen die Konsumgesellschaft und gegen das Bürgertum sowie gegen rechte Weltanschauungen. Und obwohl sich die meisten Punks mehr oder weniger links sehen, stellt er sich genauso gegen die politische Linke mit ihrem Etatismus.

Typischerweise drückt Punk eine gleichgültige Haltung gegenüber sich selbst aus; so erklärt sich auch die ungesunde Lebensweise vieler Punks. Es gibt aber auch andere Tendenzen in der Punk-Szene, bis hin zur Veganer- und Straight-Edge-Bewegung.

Einige der frühen Punkmusiker studierten an Kunsthochschulen und kannten ältere radikale Avantgarde-Konzepte. Andere waren aus kleinen Verhältnissen stammende Arbeitslose oder Arbeitsverweigerer, die alles zurückwiesen, was es an Kultur und Sinnstiftung zuvor gegeben hatte. Mit ihrem provozierenden Auftreten stießen die Punks in der Gesellschaft auf Unverständnis, Ablehnung und sogar Hass. Andererseits wurde Punk aber auch zu einer Art Popkultur. Dieser Widerspruch ist bis heute kaum befriedigend erklärt.

Punk und Situationismus

Nach Auffassung von Greil Marcus ist Punk untrennbar verknüpft mit dem Situationismus der 1960er Jahre. Auch Malcolm McLaren, Mentor der Sex Pistols und damit einer der Hauptprotagonisten des frühen Punk, wollte dies gerne als den Ausgangspunkt der Bewegung ausgeben. Aber der Situationismus ist gefärbt durch politische Ziele des Sozialismus und Anarchismus. Der Punk hingegen hat keine einheitlichen Ziele, auch keine politischen Ziele. Dass zwischen dem Situationismus und dem Punk kaum eine Verbindung besteht, belegen auch zwei Werke, die als zuverlässige Quellen für die frühe Punkbewegung Londons gelten, weil sie aus dem persönlichen Umfeld der Protagonisten stammen: das Buch „Sex Pistols - The Inside Story“ von Fred und Judy Vermorel und die Autobiographie No Irish, No Blacks, No Dogs von Johnny Rotten, dem Frontmann der Sex Pistols. Laut Johnny Rotten war einer der Hauptgründe für das Punk-Phänomen der 1970er der Protest gegen das Klassensystem und die Chancenungleichheit, die die Jugendlichen der Punkszene dazu motivierte, über Klassengrenzen hinweg füreinander einzustehen – gegen die Welt der Erwachsenen.

Punk und Politik

Der Punk propagiert oft die Anarchie. So traten Punks wie Steve Jones, Paul Cook und Sid Vicious für den Anarchismus ein. Damit ist jedoch oftmals keine ernsthafte politische Perspektive im Sinne anarchistischer Theoretiker wie Proudhon und Bakunin gemeint, sondern nur die denkbar radikalste Ablehnung der herrschenden Verhältnisse, was sich an der gemeinsamen und oft sinngleichen Verwendung der Begriffe „Anarchie“ und „Chaos“ zeigt. Oftmals zeigt sich eine Nähe zum Nihilismus.

Trotzdem verstehen sich viele Punks als politisch links. Jello Biafra, der Sänger der Dead Kennedys, ist aktives Mitglied der Green Party. Bands wie Crass, Conflict oder Zounds und deren Anhänger verstehen Punk als Kampf gegen das herrschende System, insbesondere gegen die Konsumgesellschaft, gegen Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Kirche. So lebten die Mitglieder der Band Crass in einer Kommune als Selbstversorger auf einem Bauernhof. Für ihre Tonträger und für den Eintritt zu ihren Konzerten verlangten sie nur die Selbstkosten. In ihrem Bestreben, in jeder Beziehung selbstbestimmt zu leben, lehnten sie den Verzehr von Fleisch ebenso ab wie den Konsum von Drogen. In einem ihrer Songs heißt es: „They say that we were trash - well, our name is Crass, not Clash“, also: „Sie sagen, wir sind Müll – gut, [aber] wir heißen Crass, nicht Clash (bezogen auf die durchaus politische, aber auch kommerziell erfolgreiche Band The Clash).“ Oftmals sind solche Bands elitär und sehen sich als die „echten“ Punks an.

Andere wiederum sehen politisches und moralisches Predigertum als unvereinbar mit der Idee des Punk; in ihren Augen handelt es sich bei diesen vermeintlich „echten Punks“ in Wahrheit um „verkleidete Hippies“. Speziell Parteipolitik wird innerhalb der Punkszene abgelehnt.

Äußerungen zu politischen Geschehnissen und sozialen Problemen finden sich dennoch auch in den Texten zahlreicher sich als unpolitisch verstehender Bands.

Wenngleich die Punkszene größtenteils unpolitisch bis linkspolitisch geprägt ist, existiert neuerdings eine Strömung namens Conservative Punk, der allerdings nur ein kleiner Teil der Szene angehört. Angehörige dieser Strömung rechnen sich zwar dem Punk zu, sehen sich aber als rechtskonservativ und lehnen sowohl linke Ideologien als auch Anarchismus ab. Ex-Misfits-Sänger Michale Graves sagte, er glaube, dass der DIY-Lebensstil das Äquivalent der Punkszene zum ThatcherismusUS-Wahlkampfs 2004 versuchten Angehörige dieses Spektrums, Teile der Punkszene zur Wahl George W. Bushs zu bewegen; umgekehrt versuchte NOFX-Sänger Fat Mike über seine Seite punkvoter.com und sein Samplerprojekt Rock Against Bush, zur Wahl des Gegenkandidaten John Kerry zu bewegen. Beide Lager stießen in der Punkszene auf Kritik, da diese Parteipolitik unterstützten. darstelle. Während des

Darüber hinaus existiert eine neonazistische, als Nazipunk bezeichnete Randströmung, die von der übrigen Punkszene ebenso wie die Conservative Punks als mit dem Selbstverständnis der Punks unvereinbar angesehen wird.

Punk und Religion

Der Punk lehnt organisierte Religion ab. Provokation durch blasphemische Symbole oder Liedtexte ist jedoch seltener anzutreffen.

Punk und Emanzipation

Punks auf einem Festival in Großbritannien 2003
Punks auf einem Festival in Großbritannien 2003

Bei Punk-Konzerten dominieren im Publikum meistens die Männer. Obwohl die Punk-Szene sich als progressiv gibt und die Gleichberechtigung Fanzines werden überwiegend von Männern betrieben. Um dem MachismoRiot-Grrrl-Bewegung, in der Frauen und Mädchen sehr aktiv und engagiert als Veranstalterinnen, Urheberinnen von Labels, Autorinnen von Fanzines und besonders als Musikerinnen auftraten. der Geschlechter folglich einen hohen Stellenwert hat, herrscht auch unter den Aktiven der Szene ein ungleiches Geschlechterverhältnis: Bands und etwas entgegenzusetzen, der vor allem gegen Ende der 1980er Jahre in der Punk-/Hardcore-Szene wiedererstarkte, bildete sich die

Verhältnis zu anderen Subkulturen

Die Verhältnisse zwischen der Punk- und anderen Subkulturen sind oftmals von der jeweiligen Splittergruppe abhängig.

Da der Punk eine Gegenbewegung zu den als verlogen empfundenen Hippies entstand, wird diese Subkultur (insbesondere bei Oi!-)Punks offenkundig abgelehnt. In diesem Zusammenhang wird auch Cannabiskonsum von Teilen der Szene abgelehnt. Dennoch existieren auch Überschneidungen; so rebellierte Penny Rimbaud vor seiner Hinwendung zum Punk als Hippie gegen die Gesellschaft, und die Mitglieder seiner Band Crass lebten ähnlich wie Hippies in Selbstverwaltung auf einem Bauernhof.

Wenngleich Faschismus als autoritäre Ideologie abgelehnt wird (außer von Nazipunks), spalten sich die Meinungen in Bezug auf Antifa-Gruppen; insbesondere unter Oi!-Punks ist die Antifa verpönt, politisiertere Punks hingegen neigen eher zu Antifa-Arbeit oder ihrer Unterstützung.

Überschneidungen zur Skinhead-Szene sind hauptsächlich bei Oi!-Punks zu finden, wohingegen politisch aktive Punks dieser aufgrund ihrer meist unpolitischen Haltung skeptisch gegenüberstehen.

Zeitlinie

achja:

PUNKS NOT DEAD !!! 
      
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